Nassfilzen von Wolle


Nass zu filzen ist eigentlich ganz einfach, es braucht nur etwas Zeit. Die Vorlagen kann man selber machen. Dazu eignet sich etwas festere Abdeckfolie aus dem Baumarkt, Plastiktüten oder Kunststoffverpackungen aller Art. Darauf dann das Filzmuster mit einem wasserfesten Stift Zeichen. Die Vorlage muß je nach Wolle etwa 30% größer sein, als das fertige Werkstück.


Zum Filzen braucht man:

-kardierte Wolle
-heißes Wasser, Kernseife ( Olivenölseife oder jede andere Seife)
-Unterlagen, eine wasserfeste um den Tisch zu schützen und da drauf entweder Autofussmatten oder Antirutschunterlagen für Teppiche.
- etwas zum Wenden der Stücke, hier hat sich ein alter Duschvorhang bestens bewährt.
- Vorlage
- für Empfindliche - Einmalhandschuhe, besser geht es aber ohne Handschuhe


Unterlage ausbreiten und die Vorlage drauf legen.
Die innere Markierung zeigt die gewünschte Endgröße des Werkstückes.



Zwei Lagen kardierte Wolle auf der Vorlage verteilen. Jede Vlieslage in eine andere Faserrichtung legen. Es ist wichtig sich zu merken in welche Richtung die obere und untere Lage liegen, falls man später ausbessern muß.
Dann heißes Seifenwasser drauf sprengen und mit den Händen leicht kreisend einen Vorfilz herstellen. Wenn die obere Schicht angefilzt ist, das zweite Tuch/Bambusmatte drauf legen, das Werkstück umdrehen und auf der anderen Seite genauso vorgehen. Wichtig ist zu beachten, wo das Werkstück an den Seiten geschlossen ist, da die Vliese breiter auslegen und auf die andere Seite umklappen. Wo es offen bleibt darauf achten, dass die Enden nicht miteinander verfilzen.


Umgedrehtes Werkstück


Wenn beide Seiten angefilzt sind und sich keine Wolle mehr löst, die Seiten gut mit Seife einreiben, einwickeln zu Rollen und an fangen zu walken. Dabei das Werkstück immer wieder ausrollen und in die entgegen gesetzte Richtung einrollen und weiter walken. Nach einiger Zeit wird die Vorlage zu groß und muß entfernt werden.


Wenn die Oberseiten richtig fest sind, kann man die Tücher weg lassen und das Werkstück so walken. Dabei ist wichtig regelmäßig die Größe zu kontrollieren und immer abwechselnd beide Richtungen zu walken, damit das Stück nicht die Form verliert. Eventuell Löcher im Filz mit Wolle bedecken und anfilzen.

Jetzt kann man auch anfangen räumlich zu arbeiten, falls das erforderlich ist. Zum Schluß die Enden beschneiden, die Schnittstellen nochmal anfilzen und das Stück gut ausspülen. In den letzten Spülgang etwas Essig geben, das neutralisiert übrig gebliebene Seife.


Fertiger Hundemantel, probeweise mal Fenja angezogen,
da man ihn auf dem hellen Hund besser sieht.



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